Die Glassammlung des Bröhan-Museums gibt einen Überblick wichtiger Kunstströmungen in diesem Bereich im Jugendstil und Art Déco in Europa. Herausragend ist die ca. 160 Objekte umfassende Sammlung von Werken der böhmischen Glasfabrik Johann Lötz Wwe., ergänzt u.a. um Arbeiten der Firma Pallme König & Habel, der nordböhmischen Glasfachschulen Haida und Steinschönau sowie der Glasfabrik Ludwig Moser & Söhne bei Karlsbad. Einen weiteren Schwerpunkt bildet das französische Kunstglas, angefangen bei den Jugendstilgläsern von Emile Gallé und den Gebr. Daum in Nancy bis zu den Werken aus der Art Déco-Zeit von Maurice Marinot, Henri Navarre, André Thuret und Aristide Colotte. 2003 konnten zwei bedeutende Gläser aus der Sammlung Giorgio Silzer hinzuerworben werden, eine Sockelvase von Eugène Rousseau und die Vase „Pavots et étoiles“ der genannten Gebr. Daum mit Silberfassung der bedeutenden Silberschmiede Cardeilhac in Paris.
Nicht unerheblich sind die Bestände an Gläsern von Richard Süssmuth sowie der Fachschule Zwiesel (darunter Arbeiten von Bruno Mauder), von Leerdam in den Niederlanden und von Orrefors in Schweden. Massgebliche Entwerfer und Glaskünstler, darunter Jean Beck, Peter Behrens, Wilhelm von Eiff, Josef Hoffmann und Wilhelm Wagenfeld, sind im Bröhan-Museum mit Gläsern vertreten.
Die Veröffentlichung des Glasbestands im Bröhan-Museum liegt lange zurück. 2002 begannen daher die Vorbereitungen eines neuen Bestandskatalogs der Glaskunst, durchgeführt zunächst von Dr. Dedo von Kerssenbrock-Krosigk. Nach dessen Wechsel an das Corning Museum of Glass in Corning NY, USA 2004, hat Dr. Claudia Kanowski, seit 1. Juli 2004 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Bröhan-Museum angestellt, die Realisierung des Projekts übernommen.