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HVG-DGG Forschung

 
Publication Nr EFOR010
Author Kircher, U.
 
Title
Bewertung der Ergebnisse aus Emissionsmessungen
 
Keywords
 
Journal
Publication Year 2003
Volume
ISS
Page
 
Abstract
Bei der HVG wird stets versucht, die Ergebnisse von Emissionsmessungen in einen Gesamtzusammenhang zu stellen, um dadurch Abhängigkeiten der verschiedenen Emissionskomponenten von der Vielzahl der Betriebsparameter ableiten zu können. Die auf diese Weise erhaltenen Daten dienen auch für Gespräche mit Regierungs- und Behördenvertretern, z.B. im Vorfeld und während der Beratungen zu einer überarbeiteten TA-Luft oder europäischen Richtlinien.
In vielen Fällen werden in Verbindung mit den Messungen nach § 28 BImSchG ergänzende Messungen mit dem Ziel durchgeführt, die Sorptionsstufen im Hinblick auf die benötigte Absorptionsmittelmenge zu optimieren. Dies bedeutet, dass in Abhängigkeit von den Betriebsbedingungen in der Absorptionsstufe und der Schmelzwanne diejenige Absorptionsmittelmenge ermittelt werden muss, die einerseits die Unterschreitung der Emissionsgrenzwerte sicher gewährleistet, andererseits zu einem minimalen Filterstaubaufkommen führt. Durch Altglasscherbeneinsatz kommt der Minimierung der Filterstaubmenge eine besonders große Bedeutung zu.
Als Absorptionsmedium kommt nach wie vor in erster Linie Calciumhydroxid (Ca(OH)2) zur Anwendung. Dieses Absorbens besitzt die besten Absorptionsraten gegenüber SO2, HCl und gasförmigem Selen bei Abgastemperaturen zwischen 350 und 400 °C; bei geringeren Abgastemperaturen gehen die Absorptionsraten dagegen deutlich zurück. Die Reaktivität gegenüber HF und SO3 ist dagegen über den gesamten Temperaturbereich von 180 bis 400 °C fast unverändert hoch. Zunehmend werden auch leichte Soda und Natriumbicarbonat als Sorptionsmittel eingesetzt - insbesondere wenn die Abscheidung von SO2 im Vordergrund steht, HF als Emissionskomponente nur eine untergeordnete Rolle spielt und geringere Abgastemperaturen (kleiner 300 °C) vorliegen. Der möglichen Bildung von Natriumbisulfat ist im Hinblick auf die Einsatztemperatur und auf die Stöchiometrie entsprechende Beachtung zu schenken. Dies gilt auch für den Fall, dass eine Mischung von Calciumhydroxid und leichter Soda eingesetzt wird, um die Vorteile beider Sorptionsmittel miteinander zu verbinden und damit die Filterstaubmengen im Interesse einer vollständigen Filterstaubrückführung auch bei hohem Scherbenanteil zu minimieren.
Die Bemühungen der Glashütten, die NOx-Emissionen durch primäre Minderungsmaßnahmen weiter abzusenken, wurden im Jahr 2003 mit Erfolg fortgesetzt und konnten durch die HVG bei verschiedenen Messungen dokumentiert werden. In vielen Behälterglaswannen, insbesondere an U-Flammenwannen, wurden NOx-Konzentrationen im Abgas von weniger als 800 mg/m3 nachgewiesen. In einigen Fällen wurden auch NOx-Konzentrationen kleiner 600 mg/m3 festgestellt. Erreicht wurde dies durch eine Vielzahl von Einzelmaßnahmen, insbesondere durch eine nahstöchiometrische Fahrweise, Abdichtung des Schmelzofens gegen Falschluft, NOx-arme Brenner, asymmetrische Anordnung der Brenner sowie eine Optimierung der Impulsverhältnisse zwischen Brennstoff und Verbrennungsluft.
Im Jahr 2003 wurden auch an einigen Brennstoff-Sauerstoff-beheizten Spezialglasschmelzwannen Emissionsmessungen durchgeführt. Die Schmelzwannen waren mit nachgeschalteten SNCR-Anlagen ausgerüstet. Ein besonderes Augenmerk muss auf die Einmischsituation des gasförmigen Ammoniaks gerichtet werden, da durch Laständerungen an der Schmelzwanne zwangsläufig Temperaturverschiebungen an der NH3-Eindüsstelle im Abgaskanal auftreten, die einer ordnungsgemäßen Funktion der nichtkatalytischen Reduktion von Stickstoffoxiden zu Stickstoff und Wasser entgegenwirken. Bei zu hoher Temperatur werden zusätzliche Stickstoffoxide gebildet, bei zu geringer Temperatur steigt der Ammoniakschlupf an. Ausserdem spielt die Durchmischung des Reduktionsgases an der Eindüsstelle eine wichtige Rolle.
 
 
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