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Bröhan Museum – Landesmuseum für Jugendstil, Art Deco und Funktionalismus (1889 – 1939)

Das Bröhan-Museum ist aus der seit den 1960er Jahren gewachsenen Privatsammlung von Prof. Karl H. Bröhan (1921 – 2000) hervorgegangen. 1972/73 erhielt die Sammlung ein erstes öffentliches Domizil, als Privatmuseum in der Max-Eyth-Strasse 27 in Berlin-Dahlem. 1982 schenkte Karl H. Bröhan seine Sammlung dem Land Berlin, das Bröhan-Museum wurde als Stiftung gegründet. 1983 zog das Museum in das Erdgeschoss der ehemaligen Infanteriekaserne gegenüber vom Schloss Charlottenburg ein. Die Ausstellungsfläche konnte 1989 um das dritte und 1997/98 um das erste Obergeschoss erweitert werden. Unter der Leitung von Karl H. Bröhan setzte das Museum eine intensive Sammeltätigkeit fort und kann heute mit Mobiliar sowie mit Schwerpunkten in der Porzellan-, Metall- und Glaskunst eine Referenzsammlung zur europäischen Jugendstil- und Art Déco-Zeit vorweisen. Neben dem Kunsthandwerk besteht eine Gemäldegalerie vorwiegend mit Arbeiten Berliner Secessionisten. Dank der konsequenten Publikation wissenschaftlich bearbeiteter Sammlungskataloge erreichte das Bröhan-Museum in Kennerkreisen bald internationale Bekanntheit. Nach dem Tod ihres Mannes 2000 übernahm Dr. Margrit Bröhan die Leitung, seit Dezember 2003 ist Dr. Ingeborg Becker Direktorin des Bröhan-Museums. In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt der Museumsarbeit von der Sammel- zur Ausstellungstätigkeit verlagert. Zahlreiche Sonderausstellungen lassen die Bekanntheit des Museums bei einem breiten Publikum stetig wachsen.

Die Glassammlung

Die Glassammlung des Bröhan-Museums umfasst knapp 700 Objekte internationaler Glaskünstler und -hersteller des Zeitraums 1889-1939, vom Jugendstil bis zum Art Deco und Funktionalismus. Im Jahr 2010 konnte ein umfangreicher Bestandskatalog der kompletten Glassammlung vorgelegt werden: „Glaskunst. 1889-1939“, Bd. VII in der Reihe der Bestandskataloge des Bröhan-Museums, hrsg. von Margrit Bröhan und Claudia Kanowski, bearb. von Claudia Kanowski, Dedo von Kerssenbrock-Krosigk, Sandra König, Sigrid Melchior, Xenia Riemann, Fotos: Martin Adam, Berlin, 712 Seiten, ca. 700 Gläser, alle in Farbe abgebildet.
Innerhalb der Sammlung bilden die in Böhmen gefertigten Gläser einen wichtigen Schwerpunkt, so zum Beispiel die irisierten, schillernd leuchtenden Gefäße der Firma Joh. Lötz Wwe. aus Südböhmen, die raffiniert veredelten Vasen und Schalen aus Nordböhmen oder die Gläser aus den sog. „Seltenen Erden“ der Karlsbader Firma Ludwig Moser & Söhne. Meisterwerke des französischen Art Nouveau und Art Deco stellen die Überfanggläser der Firmen Emile Gallé und Daum Frères sowie die massiven, geschliffenen oder sogar gemeißelten Arbeiten von Aristide Colotte, Maurice Marinot und André Thuret dar. Aus Schweden stammen die originell gravierten Gläser der Firma Orrefors. Deutschland und Schlesien sind mit vielfältigsten Gläsern repräsentiert: mit schlichten Formgläsern der deutschen Reformkünstler Peter Behrens und Richard Riemerschmid, Schliff- und Schnittgläsern von Wilhelm von Eiff und der Stuttgarter Kunstgewerbeschule, zart bemalten Objekten der Glasfachschule Zwiesel, farbig dekorierten Gläsern der schlesischen Josephinenhütte sowie luftig gravierten Modellen der Firma Süssmuth. Auch funktionale, dekorlose Entwürfe von Wilhelm Wagenfeld für die Jenaer Glaswerke und die Vereinigten Lausitzer Glaswerke (VLG) sind in der Sammlung vertreten.

Exponate

Vase, Emile Gallé, Nancy, um 1903, Glas mit Überfang, Höhe 60,4 cm, Inv.-Nr. 75-022, Bröhan-Museum, Berlin, Foto: Martin Adam, Berlin
Vase, Joh. Lötz Wwe., Klostermühle 1898/99 Glas, lüstriert und irisiert, Silberauflage Höhe 12 cm Inv.-Nr. 75-139 Bröhan-Museum, Berlin Foto: Martin Adam, Berlin
Vase, Glasfachschule Haida (Erwin Pfohl ?) / Joh. Oertel & Co., um 1917, Glas mit Schwarzlot- und Goldmalerei, Höhe 17,7 cm, Inv.-Nr. 75-029, Bröhan-Museum, Berlin, Foto: Martin Adam, Berlin
Vase, Aristide Colotte, Nancy, um 1929/30, Glas, geschliffen und gemeißelt, Höhe 21,2 cm, Inv.-Nr. 75-001, Bröhan-Museum, Berlin, Foto: Martin Adam, Berlin
Vase Dekor "Figur", Richard Süssmuth / Werkstätten R. Süssmuth-Glaskunst, Penzig, 1924 (Dekor), um 1935 (Form), Glas, geschnitten, Höhe 30,5 cm, Inv.-Nr. 83-031, Bröhan-Museum, Berlin, Foto: Martin Adam, Berlin

Publikationen

„Glaskunst. 1889-1939“, Bd. VII in der Reihe der Bestandskataloge des Bröhan-Museums, hrsg. von Margrit Bröhan und Claudia Kanowski, bearb. von Claudia Kanowski, Dedo von Kerssenbrock-Krosigk, Sandra König, Sigrid Melchior, Xenia Riemann, Fotos: Martin Adam, Berlin, 712 Seiten, ca. 700 Gläser, alle in Farbe abgebildet.