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Deutsches Museum

Das Deutsche Museum wurde 1903 als Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik gegründet. Es gehört mit einer Ausstellungsfläche von mehr als 70.000 qm und jährlich etwa 1,4 Millionen Besuchern weltweit zu den größten Museen seiner Art. In nahezu allen Abteilungen des Deutschen Museums finden sich Gläser für die verschiedensten technischen Anwendungen. Insbesondere in den Abteilungen Chemie und Pharmazie gibt es herausragende Bestände von historischen Laborgefäßen. Glas spielt auch eine wichtige Rolle für viele wissenschaftliche Instrumente der Abteilung Physik.

Abteilung Glastechnik

Die Abteilung Glastechnik befindet sich im 2. Obergeschoss des Museumsgebäudes. Sie erstreckt sich über eine Fläche von ca. 600 qm. Die Ausstellung gliedert sich in die Bereiche Werkstoff Glas, Hohlglas, Flachglas und Spezialglas und bietet so einen umfassenden Überblick über das Thema. Dabei steht nicht eine Sammlung von Glasobjekten im Vordergrund, sondern ihre Herstellung. Anhand von Originalen, Modellen, Demonstrationen und interaktiven neuen Medien werden die Produktionsprozesse der Vergangenheit wie der jüngsten Gegenwart nachvollziehbar gemacht.

Werkstoff Glas

Der Einführungsbereich erläutert die Zusammensetzung der Rohstoffe, ihre Schmelze und die physikalisch-chemischen Eigenschaften von Glas. Eine Reihe von Modellen zeigt die Entwicklung der Brenntechniken von den frühen Hafenöfen bis hin zu den heutigen Schmelzwannen. Angesprochen sind auch Fragen der Energie und der Umwelt, etwa der landschaftliche Aspekt des früher notwendigen Waldreichtums und das Glas-Recycling, das Glas als seinen eigenen Rohstoff nutzt.

Hohlglas

Da die meisten Gläser – Trinkgläser, Flaschen, Vasen usw. – in einem Blasvorgang hergestellt werden, kann man die Hohlform als die natürliche“ Form des Glases bezeichnen. Der Bereich Hohlglas zeigt die Stufen von der handwerklichen Fertigung in der Glashütte zur Automatisierung in modernen Fabriken. Den Reichtum der kunsthandwerklichen Bearbeitung von Gläsern verdeutlichen Beispiele der sogenannten Veredelung durch Bemalen, Überfangen, Schleifen, Ätzen usw.

Flachglas

Bei der Herstellung von Glasscheiben verlief die Entwicklung von der handwerklichen zur industriellen Fertigung mehrgleisig, da einfaches Fensterglas und verzerrungsfreies Spiegelglas bis weit ins 20. Jahrhundert hinein in unterschiedlichen Verfahren produziert wurden. Erst das 1959 erfundene Floatverfahren ermöglichte die kontinuierliche und damit kostengünstige Massenfertigung von Flachglas in Spiegelglasqualität. Neben den Herstellungsverfahren behandelt die Ausstellung die verschiedenen Veredelungen, die durch den vermehrten Einsatz von Flachglas in der Architektur und im Automobilbau eine große Bedeutung erlangt haben: die Festigkeitssteigerungen von Sicherheits- und Brandschutzglas, funktionelle Beschichtungen und Oberflächenstrukturierungen bis hin zur Verformung von Flachglas.

Spezialglas

Beginnend mit den optischen Gläsern bester Durchsichtigkeit, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts für den Instrumentenbau entwickelt wurden, stellt der Bereich Spezialglas die Arten von Gläsern vor, die aufgrund jeweils eigener Rohstoffzusammensetzungen spezielle Eigenschaften besitzen: z.B. die besonders hitzebeständigen Gläser von Glühlampen oder die Lichtleitfasern mit ihren exakt austarierten Brechungskoeffizienten bis hin zur Glaskeramik mit ihrer einzigartigen Nullausdehnung. Die Ausstellung zeigt darüber hinaus die speziellen Formgebungsverfahren, die die Herstellung dieser Gläser erfordert.

Glasbläserstand

Zur Abteilung Glastechnik gehört ein Glasbläserstand, an dem täglich Vorführungen des Glasblasens stattfinden. Glasrohre oder –stäbe werden über einem Gasbrenner, der sogenannten Lampe, zum Schmelzen gebracht und geformt. Einmal im Monat werden hier Spezialtechniken gezeigt. Die Besucher können dann zusehen, wie z.B. Fadendekor und Farbmontagen, Neonleuchtschriften, Liebigkühler oder Glasaugen, Schreibfedern oder Perlen hergestellt werden.

Exponate

Da seit der Gründung des Deutschen Museums die Bildungsaufgabe im Vordergrund stand, wurden Exponate meist gezielt für die Ausstellungen gesammelt, zum großen Teil auch in den Museumswerkstätten eigens hergestellt. Schwerpunkte liegen daher in den Zeiten, in denen Ausstellungen neu eingerichtet wurden. Bis in die 1980er Jahre war Glas in übergreifenden Abteilungen angesiedelt.
1906: Die erste Ausstellung zum Thema Glas fand sich in der Abteilung Reproduktionstechniken. Hier war Glas in Form von Glasfenstern als Material für Malerei ausgestellt.
1928: Die Abteilung Baumaterialien widmete dem Werkstoff Glas einen eigenen Raum, der vom Fußboden bis zur Decke mit Glas ausgestattet war: mit Luxfer-Prismen und Glasbausteinen, Mosaiken, Spiegeln und Glasfenstern in den verschiedensten Ausführungen.
1959: Beim Wiederaufbau nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs siedelte man Glas in der Abteilung Chemische Technologie an.
1990: Erstmals Einrichtung als selbstständige Abteilung.

Floatkammer (ca. 1:1 Modell)
Diorama in der Abteilung Glas - Glashütte in Zwiesel (um 1900)
Tischwalzverfahren
Retorte blau

Publikationen

Allgemeiner Überblick

Technik – Welt – Wandel. Die Sammlungen des Deutschen Museums. 2. überarb. Aufl. München 2009. 400 S., ca. 900 Abb., ISBN 978-3-940396-05-1

Kurzführer: Deutsches Museum von Meisterwerken der Naturwissenschaft und Technik. München 1997. 144 S., 223 Abb., ISBN 3-924183-40-6

Abteilung Glastechnik
Brigitte Jaschke: Glasherstellung. Produkte, Technik, Organisation, Wissenschaft.1. Aufl. 1986; 2. Aufl. München 1997
Winfrid Glocker: Glastechnik. München 1992 (vergriffen).
Seit 2007 Neuauflage des Ausstellungsführers von 1992 in der sechsbändigen Reihe „Glastechnik im Deutschen Museum“ (deutsch/englisch), herausgegeben von Helmut A. Schaeffer und Margareta Benz-Zauner.
Erschienen sind:
Band 2 / Vol. 2: Hohlglas / Glass Hollowware. München 2010. 257 S., 198 Abb.,
ISBN 978-3-940396-16-7
Band 3 / Vol. 3: Flachglas – Flat Glass. München 2007. 175 S., 109 Abb.,
ISBN 978-3-940396-01-3
Band 4 / Vol. 4: Spezialglas – Specialty Glass. München 2009. 295 S., 185 Abb.,
ISBN 978-3-940396-07-5

In Vorbereitung sind:
Band 1 / Vol. 1: Werkstoff Glas – Glass: The Material
Band 5 / Vol. 5: Glasbläserei und Apparatebau – Lamp Working and Scientific Glass Blowing
Band 6 / Vol. 6: Glas-Ausstellungen von 1906 bis heute – Glass Exhibitions from 1906 to Today
Sonstiges
Susanne Rehn, Zerbrechliche Kostbarkeiten. In: Kultur und Technik 1/2010, S. 40-44