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Diözesanmuseum der Erzdiözese München und Freising

Das Diözesanmuseum Freising beherbergt als Dauerleihgaben äußerst qualitätvolle Glasgemälde der Münchner Frauenkirche und ihres Vorgängerbaus, sowie verschiedener anderer Münchener Kirchen vom Beginn des 14. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Darunter finden sich unter anderem Arbeiten des Dreikönigsmeisters, Teile des von Herzog Sigismund gestifteten und um 1480 entstandenen Speculumfensters oder Glasgemälde der Münchner Herzogenwerkstatt.

Hohlgläser

Äußerst selten an Umfang und Qualität ist die Sammlung kostbarer Reliquien- und Nuppengläser aus dem 14. bis 16. Jahrhundert. Diese wurden neben Behältnissen aus Metall, Ton oder Holz für Reliquienbeisetzungen in Altären verwendet. Glas galt im Mittelalter aufgrund seiner durchscheinenden Qualität als Symbol der göttlichen Reinheit, veranschaulichte die Idee des lichterfüllten himmlischen Jerusalem (Offb. 21, 18) und war damit das adäquate Material für die Aufbewahrung wertvoller Reliquien. Den Verschluß der Gläser bildete meist ein Wachsdeckel, in den das Siegel des konsekrierenden Bischofs eingeprägt war. Diese sind heute größtenteils verloren. In der Freisinger Sammlung haben sich jedoch einige komplett erhaltene Gläser als besonders herausragende Exponate erhalten.

Hinterglasbilder

Einen Schwerpunkt innerhalb des Glasbestandes bildet eine umfangreiche Sammlung an Hinterglasbildern, die – aufbauend auf dem Nachlaß des Pfarrers Max Preisinger aus Bayerisch Gmain – durch beständige Zukäufe erweitert wurde. Geordnet nach Themengruppen, enthält sie vorwiegend Bilder aus den Malerorten am Staffelsee, Murnau, Uffing, Seehausen und von den dortigen Malerfamilien Gege und Noder, sowie aus dem Bayerischem bzw. Böhmischen Wald. Ein Kreuzweg mit 14 Stationen in gelüsterten Rokokorahmen ist mit „Hanns Purgmann Maler“ signiert; ein großes Hinterglasbild mit der Darstellung des Maria-Hilf-Gnadenbildes von Amberg wird dem Maler Thomas Aquin Roth von Winklarn (Oberpfalz) zugeschrieben. Daneben werden eine Vielzahl an sogenannten Heiligen Paaren gezeigt. Bei dieser wichtigen Gattung innerhalb der Hinterglasbilder handelt es sich um Gegenstücke, die in der Wohnstube zu seiten des Kreuzes aufgehängt wurden. Als Bildpaare wurden Maria und Jesus, Maria und Josef, oder aber heilige Namenspatrone gemalt.
Detail aus dem Speculumfenster des Münchner Doms, 1480
Maria als gute Hirtin, Hinterglasbild aus Murnau, 2. Hälfte 18. Jahrhundert
Christus als guter Hirte, Hinterglasbild aus Murnau, 2. Hälfte 18. Jahrhundert

Publikationen

Glasgemälde
Münchner Gotik im Freisinger Diözesanmuseum (= Schriften des Diözesanmuseum für Christliche Kunst des Erzbistums München und Freising; Bd. 21, hrsg. von Sebastian Anneser, Friedrich Fahr, Norbert Knopp, Hans Ramisch, und Peter B. Steiner), Freising 1999, S. 205-220.

Nuppengläser
Diözesanmuseum Freising. Christliche Kunst aus Salzburg, Bayern und Tirol 12. bis 18. Jahrhundert (= Schriften des Diözesanmuseum für Christliche Kunst des Erzbistums München und Freising; Bd. 2, hrsg. von Friedrich Fahr, Hans Ramisch und Peter B. Steiner), Freising 1984, S. 28 f.

L. F. Fuchs, in: Die Christliche Kunst 30 (1933/34), S. 54-59.
Ders.: Die Reliquiengläser im Klerikalseminar zu Freising, in: Die Christliche Kunst 33 (1936/37), S. 92 ff.

A. Ress, Mittelalterliche Glasfunde, Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, Sonderdruck aus dem 23., 24., 25., 26. Jahresbericht, 1964.

H. Schindler, Große Bayerische Kunstgeschichte, Bd. I. München 1963, S. 290, Abb. S. 291.

Hinterglasbilder

Diözesanmuseum Freising. Christliche Kunst aus Salzburg, Bayern und Tirol 12. bis 18. Jahrhundert (= Schriften des Diözesanmuseum für Christliche Kunst des Erzbistums München und Freising; Bd. 2, hrsg. von Friedrich Fahr, Hans Ramisch und Peter B. Steiner), Freising 1984, S. 160, Abb. S. 161.

Vera Icon. 1200 Jahre Christusbilder zwischen Alpen und Donau (= Schriften des Diözesanmuseum für Christliche Kunst des Erzbistums München und Freising; Bd. 7, hrsg. von Friedrich Fahr, Hans Ramisch und Peter B. Steiner), Freising 1987, S. 138 ff.

Von Cranach bis Jawlensky. Kunst und Religion im Wandel. 77 Neuerwerbungen aus fünf Jahrhunderten. (= Schriften des Diözesanmuseum für Christliche Kunst des Erzbistums München und Freising; Bd. 15, hrsg. von Friedrich Fahr, Hans Ramisch und Peter B. Steiner), Freising 1994, S. 89-100.