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GoetheStadtMuseum Ilmenau

Das GoetheStadtMuseum Ilmenau beherbergt eine Sammlung von Archivalien und Büchern zu Johann Wolfgang von Goethe und dem Ilmenauer Bergbau. Zum Sammlungsspektrum gehören aber auch kulturgeschichtliche und kunsthandwerkliche Objekte der örtlichen Porzellan- und Glasherstellung. So wird in der 2008 neu eingerichteten Dauerausstellung unter anderem auf die Geschichte der Glaserzeugung in Ilmenau eingegangen. Den zunächst unter fürstlichem Protektorat stehenden Glashütten des 17. und 18. Jahrhunderts gelang es nicht, rentabel zu arbeiten. So existierte die erste herrschaftliche Glashütte unter Herzog Johann Ernst II. von Sachsen-Weimar lediglich vier Jahre von 1675 bis 1679. Der aus der Nähe von Braunschweig stammende Elias Wenzel konnte zwar „…schön christallen, auch ander Glas herstellen…“, verstarb aber bereits 1679 und nahm seine Kenntnisse mit ins Grab. Die noch reichlich vorhandenen Vorräte an Kristallglas konnten nicht abgesetzt werden, da die Preise dafür stark gesunken waren und die Qualität zu wünschen übrig ließ. Auch der 1731 von Herzog Ernst August von Sachsen-Weimar gegründeten Glashütte war keine glückliche Zukunft beschieden. Die Vorräte in den eigenen Forsten reichten nicht aus, um die Hütte mit den nötigen 2500 Festmetern Holz im Jahr zu versorgen. Erste Versuche, die einheimische Steinkohle als Energieträger zu nutzen, scheiterten. So musste auch diese Glashütte ihren Betrieb ab 1737 einstellen. Fast alle Glasmacher gingen in das nahe gelegene Stützerbach. Von Stützerbach ausgehend entwickelte sich mit Beginn der Lampenglasbläserei zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein neuer Erwerbszweig, der sich auch entscheidend auf die Glasherstellung in Ilmenau auswirken sollte. Erstmals gelang es, filigrane Spezialgläser für technische Zwecke anzufertigen. Die besondere Qualität der vor der Lampe gut formbaren Gläser, bedingt durch die Verwendung besonderer einheimischer Rohstoffe (Sande aus Oberpörlitz und Martinroda) und die Geschicklichkeit und Findigkeit der Glasbläser ermöglichte es, die Ilmenauer Region zum Weltmarktführer für technisches Glas werden zu lassen. 1865 gründete Alexander Küchler die erste größere Glasinstrumentenfabrik in Ilmenau. Bis 1900 entstanden weitere 14 Betriebe, von denen die Firma Alt, Eberhardt & Jäger die Leistungsstärkste war. Die Produkte wurden zeitweilig in 21 Länder, vor allem in die USA, exportiert. Die 1852 gegründete Sophienhütte war die Ilmenauer Glashütte mit der längsten Produktionszeit. Ihre breite Produktpalette reichte von Zier- und Gebrauchsgläsern bis zu Halbfertigprodukten. Haupterzeugnisse waren Arznei- und Parfümflakons sowie medizinische Gläser. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts entwickelte sich das Unternehmen, bedingt durch den Einsatz modernster Ofenanlagen, der Erfindung spezieller Glassorten und Herstellungsverfahren zu einem der führenden Glasproduzenten in Deutschland. Aufgrund der Verstaatlichung der Betriebe in der sowjetischen Besatzungszone und der Reglementierung der Besitzer der verschiedenen Glasbetriebe, verließen nach dem 2. Weltkrieg zahlreiche Firmeninhaber, Wissenschaftler und Fachleute Ilmenau, um sich in der Bundesrepublik in Wertheim anzusiedeln und dort einen neuen Glasstandort zu gründen. Vertriebene aus dem Sudetenland kamen wiederum nach Ilmenau und brachten ihr technisches Wissen für die Herstellung von farbigen Kristallgläsern mit. Die ehemalige Sophienhütte erhielt in der DDR den neuen Namen „Rosalinglas“ und später „Ilmkristall“. Nun wurden aufwendig mit Diamantschliff veredelte Farb- und Überfanggläser produziert. Im Jahr 1976 entstand das größte Glaswerk der DDR auf dem Industriegelände „Vogelherd“ in Ilmenau. Das „VEB Werk für Technisches Glas Ilmenau“ war mit 4500 Mitarbeitern größter Betrieb seiner Art. Es wurden ca. 12 000 verschiedene Erzeugnisse der Glasinstrumententechnik hergestellt. Die sozialistische Planwirtschaft und der Zusammenschluss zahlreicher kleiner Betriebe, die auf bestimmte Fertigungsprozesse spezialisiert waren, führte zu starken Rentabilitätsverlusten. Nach der politischen Wende im Jahr 1989 brach zusätzlich der gesamte Absatzmarkt in osteuropäische Länder ein, so dass die ehemalige Sophienhütte ihre Pforten für immer schließen musste und die meisten Beschäftigten des Glaswerkes für Technisches Glas in die Arbeitslosigkeit entlassen werden mussten. Heute haben sich wieder zahlreiche kleinere, hochinnovative Betriebe gegründet, die mit einem beeindruckenden Sortiment an Spezialgläsern aufwarten können und eng mit der Technischen Universität Ilmenau zusammenarbeiten.

Die Glassammlung

Die Glassammlung des GoetheStadtMuseums Ilmenau umfasst ca. 200 Ziergläser und eine stattliche Anzahl technischer Gläser. Neben wenigen, nicht entfärbten Waldgläsern der Barockzeit, sind es vor allem Kelchgläser mit Schliff und Schnitt des 18. und 19. Jahrhunderts, die aus thüringischer Herstellung stammen. Unter den Gläsern des 19. und 20. Jahrhunderts sind eine Reihe lampengeblasener Jugendstilgläser interessant, die nach venezianischen Vorbildern gefertigt wurden. Von den farbigen Kristallgläsern mit Diamantschliff, die vornehmlich in der DDR-Zeit produziert wurden, haben sich ebenfalls einige Exemplare im GoetheStadtMuseum erhalten. Bemerkenswert ist eine kleine Kollektion an Isoliergefäßen, die im nahe gelegenen Langewiesen hergestellt worden sind. Die Glassammlung des GoetheStadtMuseums Ilmenau harrt einer wissenschaftlichen Bearbeitung, die in den nächsten Jahren dringend notwendig ist.
So wird das Thema Glas derzeit lediglich in dem 2013 erschienen Katalog „Das GoetheStadtMuseum Ilmenau und seine Sammlung im Amtshaus am Markt“ auf wenigen Seiten vorgestellt. Herausgeber ist das GoetheStadtMuseum Ilmenau, Kathrin Kunze. Gedruckt wurde der Katalog im Druckhaus Gera GmbH, Gestalter war das Atelier Kerzig (ma) Gera. Der Katalog kann über Internet bei der Ilmenau-Information (stadtinfo@ilmenau.de) erworben werden.
Kathrin Kunze
Museumsleiterin

Warzenbecher mit gestauchtem Fuß E. 16. Jh.
Glasfläschchen Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach, E. 18. Jh.
Flügelglas nach venezianischen Vorbildern, Anfang 20. Jh.
Glasfenster mit Darstellung der Königin Luise von Preußen nach einem Ölgemälde von Gustav Karl Ludwig Richter, aus dem Jahr 1879, Das Fenster befand sich ursprünglich in einem Ilmenauer Wohnhaus und wurde 1906 gefertigt.
Glaskugel mit „Höfischer Gesellschaft auf dem Kickelhahn“, Lampenglasarbeit von Max Grimm, Ilmenau 1931
Kontrabarometer der Gemeinde Gabelbach, gewidmet der Großherzoglichen Fachschule und Lehrwerkstatt in Ilmenau
Isoliergefäße der Firma "Ilmkristall", 1960er Jah
Apparateglas aus Ilmenau und Umgebung
Glaskanne einer Kaffeemaschine, Technische Glaswerke Ilmenau GmbH, 20
Fotos: Bild 1 Dieter Schaich München; Bild 3, Fenster Königin Luise und Bild 6 Isoliergefäße Thomas Wolf, Gotha; alle anderen Bilder foto-ed, Meiningen

Publikationen

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