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Hessisches Landesmuseum Darmstadt

Geschichte

Das Hessische Landesmuseum Darmstadt ist eines der letzten großen Universalmuseen in Deutschland und vereinigt in einem Haus kunst- und kulturwissenschaftliche sowie naturwissenschaftliche Sammlungen.
Die Ursprünge gehen zurück auf den Museumsgründer, den Landgrafen und späteren Großherzog Ludewig I. von Hessen-Darmstadt. Er begann bereits als Erbprinz seine Sammlungen auszubauen, die ab den 70er Jahren des 18. Jahrhunderts im Darmstädter Residenzschloss ausgestellt wurden. Während seiner Regierungszeit (1790 – 1830) wurden die Bestände systematisch erweitert: Hinzu kamen Glasgemälde, altdeutsche Altäre, Gemälde, Kunsthandwerk, die Graphische Sammlung sowie naturgeschichtliche Objekte und ein Physikalisches Kabinett. 1805 vererbte ihm der Kölner Sammler Baron von Hüpsch seine hochbedeutende Kunst- und Naturaliensammlung, darunter Elfenbeinarbeiten und Gemälde des Mittelalters sowie wertvolle Mineralien und Fossilien. Ab 1809 ließ der Großherzog einen eigenen Gebäudetrakt des Schlosses als Museum herrichten, das fortan zu festen Zeiten für die Öffentlichkeit zugänglich war. Im Jahr 1820 übergab Ludewig I. seine Sammlungen in Form einer Stiftung in das Eigentum des Staates. Das stetige Anwachsen machte Ende des 19. Jahrhunderts einen Neubau notwendig, der 1897 auf Veranlassung von Großherzog Ernst Ludwig in Angriff genommen und 1906 eröffnet wurde. Architekt war der durch den Bau des Warenhauses Wertheim in Berlin bekannt gewordene gebürtige Darmstädter Alfred Messel

Nach schweren Zerstörungen wurde der Messelbau in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg wiederhergestellt, 1955 konnte das HLMD seine Türen wieder öffnen. 1980 wurde der Erweiterungsbau nach Entwürfen des Architekten Reinhold Kargel begonnen und 1984 für die Kunst des 20. Jahrhunderts eingeweiht. Heute befindet sich hier die Gemäldegalerie vom Mittelalter bis 1945. Ende 2007 wurde das HLMD umfassend saniert und so viel wie möglich der originalen Architektur von Alfred Messel wieder sichtbar gemacht, einschließlich der Sichtachsen und Durchgänge. Inhaltlich wurde versucht, die von Alfred Messel vorgegebene Struktur des Hauses durch die Anordnung der Sammlungen weitgehend aufzugreifen und weiterzuführen. Im Untergeschoss sind in neuen Ausstellungsräumen der internationale Jugendstil, die Vor- und Frühgeschichte, die japanische Kunst sowie die ägyptische und griechische Sammlung untergebracht. Die vielfältigen kunsthandwerklichen Sammlungen reichen von der Renaissance bis in die frühe Gegenwart. Kostbare Kunstkammerobjekte, Gold- und Silberarbeiten, zumeist aus dem Besitz der hessischen Landgrafen und Großherzöge, finden sich in der Fürstlichen Schatzkammer. Eine weitere Abteilung zeigt kunstvoll gestaltete Gebrauchsobjekte - Gläser, Keramik, Möbel, Musikinstrumente - aus über drei Jahrhunderten

Exponate

Die Glassammlung

Dank der Beschreibungen des großherzoglichen Hofbibliotheks-Sekretärs Walther ist im Jahre 1844 ein bedeutender Bestand erfasst. Dazu gehören vor allem emailbemalte Gläser, geschnittenes Glas, venezianische Fadengläser und Rubinglas. Sie stammen aus dem alten Besitz der Landgrafen und späteren Großherzöge von Hessen-Darmstadt. Hinzu kamen im Jahre 1805 zahlreiche Gläser aus der Erbschaft des Kölner Sammlers Baron Hüpsch an den Landgrafen Ludwig X. Weitere größere Sammlungszuwächse sind im 20. Jahrhundert zu verzeichnen. 1930 wurde das Großherzogliche Gewerbemuseum nach fast hundertjährigem Bestehen aufgelöst und die Bestände dem Hessischen Landesmuseum überwiesen. Im Zuge der Ausstellung 1935 „Deutsches Glas. Zweitausend Jahre Glasveredlung“ und danach wurden durch gezielte Ankäufe Lücken im Bestand geschlossen. Heute besitzt das Hessische Landesmuseum rund 620 nachantike Gläser. 50 der wichtigsten Stücke sind in der neu gestalteten Dauerausstellung zu sehen. Ebenso verfügt das Haus über eine der umfangreichsten Sammlungen von Glasgemälden weltweit. Sie dokumentiert mit etwa 450 Exemplaren 1200 Jahre Glasgeschichte, angefangen beim „Lorscher Kopf (Ende 9. Jh.) über die Scheiben aus St. Peter zu Wimpfen (13. Jh.) bis hin zu Jan Thorn Prikker und Johannes Schreiter. Eine Auswahl der bedeutendsten Exponate ist in verschiedenen Abteilungen des Museums zu besichtigen.

Der historische Renaissancesaal mit der Glassammlung
4 Römer (Berkemeyer) Deutschland oder Niederlande A. 17. Jh., H 14,2 cm, Inv.Nr. Kg 55:14
Jagdhumpen Böhmen dat. 1586, H 27 cm, Inv.Nr. Kg 55:10
Kabinettscheibe mit Bildnis Landgraf Ludwig V. von Hessen, Schnitt Caspar Lehman, Prag vor 1606, Inv.Nr, Kg 80:2
Flügelglas Niederlande 1. H. 17. Jh. H 27,8 cm, Inv.Nr. Kg 34:9b
Pokal Potsdam um 1700, Schnitt Gottfried Spiller, H 33 cm, Inv.Nr. Kg 56:46
Zwischengoldbecher des Abtes Bonifacius Heller von Seligenstadt, Böhmen um 1730/38, H 14,6 cm, Inv.Nr. Kg 66:118
Becher mit Portrait Justus von Liebig, Neuwelt/Böhmen dat.1853, H 13 cm, Inv.Nr. Kg:37:6
Vase Emile Gallé, Nacy dat. 1899, H 18,5 cm, Inv.Nr. Kg 62:14
Vase Aristide-Michel Colotte, Nancy nach 1926, H 17 cm, Inv.Nr. Kg.66:139

Publikationen

Publ.: H. Merten, Deutsches Glas - Zweitausend Jahre Glasveredlung, Hessisches Landesmuseum Darmstadt 1935: Wolfgang Glüber - Prunk und Trunk, Gläser aus 6 Jahrhunderten, Hessisches Landesmuseum Darmstadt 2001