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Rheinisches Landesmuseum Trier

Römische Gläser

Fast alle römischen Gläser im Rheinischen Landesmuseum Trier wurden in Trier oder dem Trierer Land gefunden. Das Fundmaterial verteilt sich auf die Zeit vom frühen 1. bis zum 5. Jahrhundert n. Chr. Mehr als zwei Drittel dieser Funde stammen aus Gräbern, die restlichen aus Siedlungszusammenhängen in Stadt und Land sowie aus Heiligtümern. Von den Grabfunden sind wiederum die meisten der Nekropole im Süden des römischen Trier zuzuordnen. Bedeutende Funde der letzten Jahre wurden aber auch in neu entdeckten Gräberfeldern in Bitburg oder am Trierer Petrisberg geborgen. Besonders in Sarkophagen beigegebene Gläser zeigen einen oft hervorragenden Erhaltungszustand. Das berühmteste unter ihnen ist das Diatretglas aus Piesport-Niederemmel aus der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts. Gläser in Gräbern dienten zur Aufnahme von Speise- und Getränkebeigaben, enthielten - oft als Beifunde bei Körperbestattungen - Salben und Parfums oder bargen bei Brandgräbern auch als Urne die Leichenasche.
Die frühesten der Trierer Gläser zeichnen sich durch ihre Farbigkeit - am häufigsten in dunklem und hellem Blau - aus. Die Mehrzahl von ihnen ist frei geblasen; weniger vertreten sind gegossene, gepresste oder formgeblasene Exemplare. Im 2. Jahrhundert steigt das Interesse an Glasgefäßen auch im ländlichen Umfeld der Augusta Treverorum. Bei Bestattungen fanden überwiegend große, gehenkelte Gefäße aus blaugrünem Glas Verwendung. Der Absatz von Glasgefäßen geht im 3. Jahrhundert stark zurück.
Dagegen gehören weit über die Hälfte der in Trier und Umgebung gefundenen Gläser dem 4. Jahrhundert an. Einige zeichnen sich durch betonte Farbigkeit in kräftigem Blau und Violett aus, die Hauptmasse besteht jedoch aus matt grünlichem oder entfärbtem Glas. Gegen Ende des Jahrhunderts setzt sich eine olivgrüne, sehr blasige und unreine Glasmasse durch. Neben dem Reichtum an Formen fällt an den Gläsern des 4. Jahrhunderts auch die große Vielfalt an Verzierungsarten auf: Neben aufgesetztem Fadendekor und Nuppen wurden die Wandungen auch mit plastischen Figuren, etwa Meerestieren, verziert. In den Boden von Trinkgläsern sind Bilder aus Blattgold eingeschmolzen. Außer ornamentalen Schliffverzierungen finden sich figürliche mit Beischriften, die sich auf Trinkgenuss und Lebensfreude beziehen. Interessant ist das zeitgleiche Vorkommen "heidnischer" und christlicher Motive.
Während durch einen neueren Fund eines "Glashafens" eigene Trierer Glasherstellung schon für die zweite Hälfte des 2. Jahrhunderts nachzuweisen ist, hat die Produktion im größerem Umfang wohl erst mit Beginn des 4. Jahrhunderts eingesetzt. Vorher deckten größtenteils Importe aus Italien und Gallien den hiesigen Bedarf. Nach Einrichtung der Kaiserresidenz am Ende des 3. Jahrhunderts wurde Glas nicht mehr nur für den täglichen Gebrauch produziert, sondern auch den gehobenen Ansprüchen des Hofstaates war Rechnung zu tragen. Auf christliche Pilger spezialisierte sich die Herstellung von Glasschmuck in unmittelbarer Nähe der konstantinischen Doppelkirche, dem heutigen Dom mit Liebfrauenkirche.
Die spätesten der Trierer Glasfunde markieren das Ende der römischen Glasproduktion und weisen schon auf die fränkischen Formen des frühen Mittelalters voraus.


Gläser des 17. und 18. Jahrhunderts

Das Rheinische Landesmuseum Trier besitzt außer Glasgefäßen der Römerzeit und der fränkischen Epoche auch in seiner kunsthistorischen Abteilung einen wertvollen Bestand an Gläsern. Neben den meist nur fragmentarisch erhaltenen mittelalterlichen und neuzeitlichen Glasfunden, die bei archäologischen Grabungen in Trier und im Trierer Land bis heute geborgen werden und noch der wissenschaftlichen Bearbeitung harren, liegt für den aus bürgerlichen Sammlungen rekrutierten Bereich der kunsthandwerklich hochwertigen Gebrauchs- und feinen Ziergläser ein Bestandskatalog vor (siehe Publikationen).
Der Schwerpunkt der Kollektion liegt bei edlen Stücken des 17. und 18. Jahrhunderts aus Mitteleuropa. Die "Barockgläser" sind in allen Stufen der Entwicklung von den feinen Produkten "Venezianer Art" bis zu den kunsthandwerklich anspruchsvollen, geschnittenen und geschliffenen Kreidekristallgläsern aus dem böhmisch-schlesischen Raum und den traditionellen Glasgebieten der deutschen Mittelgebirgslandschaften dokumentiert. Es sind überwiegend Gläser der gehobenen Qualität, die für Adel, Klerus und Patriziat der größeren Städte in landesherrlich privilegierten Hütten nebst reiner Massenware in Serie gefertigt und unabhängig von den an Fürstenhöfen etablierten Werkstätten herausragender Glaskünstler zumeist in einfacheren Betrieben auf dem Land veredelt wurden. Unter den Trinkgläsern, welche die verfeinerte Tischkultur des Barocks unverwechselbar zum Ausdruck bringen und dabei gleichzeitig den sozialen Rang, den materiellen Besitzstand und das Repräsentationsbedürfnis ihrer ersten Eigentümer widerspiegeln, dominiert der Pokal, der in zahlreichen Varianten in der Sammlung vertreten ist. Die durch Ritzung, Schnitt, Schliff oder Bemalung dekorierten Gläser lassen durch Inschriften und bildliche Gestaltung oft noch erkennen, in welchen bürgerlichen, geistlichen und adligen Kreisen, darunter ranghöchste Personen wie die Trierer Kurfürsten, in wessen Namen oder auf wessen Wohl zu besonderem Anlass ausgeschenkt und getrunken wurde.
Vase
Isaak

Publikationen

Karin Goethert-Polaschek
Römische Gläser im Rheinischen Landesmuseum Trier. Führungsheft (Trier: Rheinisches Landesmuseum Trier 1980) 68 S.

Peter Seewaldt
Glas des 17. bis 19. Jahrhunderts. Bestandskatalog des Rheinischen Landesmuseums Trier. Schriftenreihe des Rheinischen Landesmuseums Trier 8 (Trier 1995) 213 S., ISBN 3-923319-29-0, € 16,-