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Schlossmuseum Neuburg an der Donau


Neuburg stieg nach dem Landshuter Erbfolgekrieg 1505 zur Hauptstadt des neu gegründeten Fürstentums Pfalz-Neuburg auf. Dessen erster Regent Pfalzgraf Ottheinrich (1502-1559), der spätere Heidelberger Kurfürst, ließ die vorhandene Veste ab 1527 im Stil der Renaissance ausbauen. Ein persönliches Denkmal schuf sich Ottheinrich mit der doppelgeschossigen Schlosskapelle, dem ersten protestantischen Kirchenraum Deutschlands. Philipp Wilhelm verlieh ab 1665 dem Neuburger Stadtbild durch den nach ihm benannten Barockbau sein residenzstädtisches Gepräge. Neben den Schauräumen des Schlosses wie der Schlosskapelle, dem Rittersaal und den Grotten eröffnete die Bayerische Schlösserverwaltung 1987 in den Obergeschossen des Ostflügels das Schlossmuseum Neuburg a. d. Donau.

Die Exponate des Schlossmuseums stammen zu gut zwei Dritteln aus den Beständen des Historischen Vereins Neuburg Donau, der auch Träger des Stadtmuseums ist und 2008 sein 175-jähriges Bestehen feierte. Den Grundstock zu den Sammlungen legte die im 18. Jahrhundert aus dem Werdenfelserland ins Neuburgische eingewanderte Kaufmannsfamilie Graßegger. Auf Versteigerungen 1800 und 1810 erwarben die Brüder Graßegger wertvolle Ausstattungsstücke des Schlosses, allen voran die kostbaren Wandteppiche, die Pfalzgraf Ottheinrich hatte anfertigen lassen. Die Gebrüder Graßegger besaßen damit seit den 1830er Jahren eine der wertvollsten Altertumssammlungen in Bayern.

Das Museum zeigt in der aktuellen Dauerausstellung eine Gruppe bedeutender Renaissancegläser, ergänzt durch Glasfunde aus dem späten Mittelalter und Exponate des 18. und 19. Jahrhunderts. Bemerkenswert sind die kalt bemalten Fußschalen und ein Pokal um 1600 mit den Wappen der Nürnberger Familien Behaim, Tucher und Pfinzing. Ein Zusammenhang einzelner Stücke mit der von Pfalzgraf Phillip Ludwig (1547-1614) 1578 im nahen Konstein gegründeten Glashütte konnte bisher nicht nachgewiesen werden. Ein Kuriosum ist die barocke Grottenanlage, ein Raum davon gänzlich mit gläsernen Eiszapfen bestückt.

Publikationen

Historischer Verein Neuburg a.d. Donau,
Neuburger Kollektaneenblatt, Jahrbuch 156/2008

Exponate

Kelchglas Facon de Venise, Ende 16. Jh. H 20,2 cm, Inv. Nr. HV K 54
Kelchglas Eisglas, Süddeutschland, Ende 16. Jh. H 14,4 cm, Inv. Nr. HV K 59
Pokal Facon de Venise 2. Hälfte 16. Jh. H 24,2 cm, Inv. Nr. HV K 55
Fußbecher Süddeutschland Anfang 17. Jh. H 20,7 cm, Inv. Nr. HV K 53
Fußbecher Süddeutschland A. 17. Jh. mit Wappen der Familie Pfinzing, Nürnberg, H 28,5 cm, Inv. Nr. HV K 40
Zwei Fußschalen Süddeutschland datiert 1614, mit Wappen der Familien Behaim-Tucher, Nürnberg, H 14,0 cm, Ø 15,5 cm, Inv. Nr. HV K 48
Kuttrolf Facon de Venise A. 17. Jh. H 23,1 cm, Inv. Nr. HV K 56
Scherzgefäß Venedig 17. Jh. H 26,3 cm, Inv. Nr. HV K 60

Die Glassammlung ist in der Halle des Museums ständig ausgestellt. Die archäologischen und mittelalterlichen Gläser sind in der Archäologischen Sammlung im Museum und in der Stadtgeschichtlichen Abteilung ausgestellt.

Fotos Exponate: hajü staudt ottobrunn