Gastgeberin der Tagung war Prof. Dr. Susanne Greiff mit ihrem Lehrstuhl für Archäometrie am Institut für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters der Eberhard Karls Universität Tübingen. Nach der Begrüßung in der Alten Aula widmeten sich die Teilnehmer:innen einem vielfältigen Programm, das Zugänge zu privaten und institutionellen Sammlungen, digitale Erschließung, Restaurierung, zeichnerische Dokumentation und die Rolle des Glas-Sammelns im historischen Wandel beleuchtete. Ein zweiter Schwerpunkt lag auf archäologischen und naturwissenschaftlichen Perspektiven: Neue Forschungsergebnisse zu Glasfunden aus Antike, Frühmittelalter und Neuzeit – vom keltischen Fürstensitz bis zum frühneuzeitlichen Schwarzwald – machten die enge Verbindung von Materialforschung und Kulturgeschichte sichtbar.
Ein besonderes Highlight bildete der Ausstellungsbesuch bei der international renommierten Glaskünstlerin Ursula Huth. Ihre „Retrospektive, neue Arbeiten, Installation“ eröffnete einen eindrucksvollen Blick auf mehr als vier Jahrzehnte künstlerischen Schaffens und zeigte die Spannbreite zeitgenössischer Glaskunst – von glasmalerischen Arbeiten über Plastiken in pâte de verre bis hin zu aktuellen Kooperationen mit Street Art. Ergänzt wurde das Programm durch mehrere Info-Kurzreferate, in denen u. a. neue Sammlungszugänge, digitale Ressourcen wie loetz.com und Projekte zur Vermittlung von Glaskunst und -geschichte vorgestellt wurden.
Einen wichtigen Einschnitt markierten die Wahlen im Fachausschuss: Nach sechs Jahren im Amt verabschiedete sich Dr. Xenia Riemann-Tyroller aus dem Vorsitz. Die anwesenden DGG-Mitglieder wählten Dr. Sven Hauschke zum neuen Vorsitzenden; Dr. Verena Wasmuth wurde als stellvertretende Vorsitzende im Amt bestätigt, weitere Beirät:innen wurden wieder- bzw. neu gewählt. Damit wurde der in den vergangenen Jahren eingeleitete Generationswechsel sichtbar fortgesetzt – verbunden mit einer stärkeren Einbindung des Beirats, einer gewachsenen digitalen Sichtbarkeit und einer aktiven Nachwuchsförderung.
Die Herbstsitzung 2025 in Tübingen zeigte eindrucksvoll, wie lebendig der Austausch zwischen Forschung, Museen, Restaurierung, künstlerischer Praxis und Nachwuchs im FA V ist.